Träumen Sie davon Leben zu retten und Gutes zu tun? Dann ist die Tätigkeit als Sanitätshelfer oder Sanitäter definitiv eine Möglichkeit. Doch bei den vielen Kursen und Anbietern auf dem Markt kommen Neulinge auf dem Gebiet schnell durcheinander. Daher verraten wir in diesem Ratgeber, wo der Unterschied zwischen den Begriffen Sanitätshelfer und Sanitäter liegen und wie die Ausbildung abläuft.

DRK-Krankenwagen
Die Ausbildung zum Rettungs-Sani ist gesetzlich vorgeschrieben

Sanitätshelfer und Sanitäter – wo liegt der Unterschied?

Benötigen wir im Alltag Hilfe und rufen einen Rettungswagen, kommen die sogenannten „Sanis“ – kaum jemand macht sich wohl in diesem Moment Gedanken darüber, welchen Abschluss die Helden in Sanitäterkleidung genau haben – dabei gibt es durchaus Unterschiede bei den Sanitätsausbildungen.

So stellt vereinfacht gesagt der Sanitätshelfer die erste Stufe der Ausbildung dar, der Sanitäter baut darauf auf. Während Sanitätshelfer dementsprechend eine Grundausbildung durchlaufen, werden die erworbenen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse während der Weiterbildung zum Sanitäter weiter vertieft.

Erste-Hilfe-Ausbildung

Die Gemeinsamkeit bei allen Ausbildungen ist der Start: der Erste-Hilfe-Kurs. In der Regel besteht dieser Kurs aus 9 Lerneinheiten á 45 Minuten und kann mit unterschiedlichem Fokus absolviert werden. Zu den gängigsten gehören:

  • Der klassische Erste-Hilfe-Kurs, der eine Grundvoraussetzungen für den Erwerb des Führerscheins darstellt.
  • Diesen durchlaufen auch betriebliche Ersthelfer, die im Anschluss noch ein Erste-Hilfe-Training durchlaufen können.
  • Darüber hinaus gibt es Erste-Hilfe-Kurse für Medizinstudenten nach § 5 der Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO).
  • Speziell für Tagesmütter, Pädagogen und Eltern gibt es Kurse zum Thema Erste-Hilfe bei Kindernotfällen und Igelchen-Kurse.

Um die Laufbahn als Sanitäter einzuschlagen reicht Variante 1 – der klassische Erste-Hilfe-Kurs.

Sanitätsausbildung A – der Sanitätshelfer

Der Einstieg in das Leben als „Sani“ wird mit der Ausbildung zum Sanitätshelfer (San A) begründet. Ihr Einsatzgebiet ist vorrangig die sanitätsdienstliche Betreuung von Patienten auf Veranstaltungen wie Messen oder Konzerten. Diese Art Grundausbildung umfasst verschiedene Module, in denen nicht nur die Inhalte aus dem Erste-Hilfe-Kurs vertieft werden, sondern auch neue Themen vermittelt werden.

Übrigens: Die Anzahl der Module und andere Rahmenbedingungen schwankt je nach Anbieter der Weiterbildung. Daher sollten Sie sich vorher bei verschiedenen Anbietern informieren und die Angebote vergleichen.

Zu den Inhalten gehören beispielsweise der Umgang mit

  • Blutdruckmessgeräten
  • Halskrausen bzw. HWS-Stützkrägen
  • Beatmungsbeuteln
  • Guedel-Tuben sowie

Zudem müssen Absolventen dieses Kurses eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen können.

Um an der Sanitätsausbildung A teilzunehmen müssen im Normalfall 15 oder 16 Jahre alt sein und bereits eine Erste Hilfe-Ausbildung absolviert haben, der nicht allzu lange zurückliegen darf.

Ziel der Ausbildung ist es, dass Sanitätshelfer ihr erlerntes Wissen nicht nur bei ansprechbaren Personen anwenden können, sondern sie auch nicht-ansprechbare Patienten effizient versorgen können. Ein zusätzlicher Schwerpunkt sind Inhalte der Wasserrettung, da die San A-Ausbildung auch als Grundlage für die Ausbildung zum Wasserretter gilt.

Hierfür werden während der Sanitätsausbildung A Fallbeispiele aus der Praxis herangezogen, die im Kurs theoretisch durchgesprochen und praktisch umgesetzt werden. Die San A-Ausbildung gilt als abgeschlossen, sobald eine Prüfung, bestehend aus einem theoretischen und praktischen Teil bestanden wurde.

Das Wichtigste noch mal in Kürze:

Umfang: variiert je nach Anbieter – die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) veranschlagt beispielsweise 12 Module bzw. 24 Lerneinheiten

Dauer je Lerneinheit: 45 Minuten

Mindestalter: 15 Jahre, je nach Anbieter aber auch älter

Voraussetzung: Erste Hilfe-Kurs, der höchstens 12 bis 36 Monate zurückliegen darf (auch das variiert)

Prüfung: theoretisch und praktisch

Weiterbildungsmöglichkeiten: Sanitäter und Wasserretter

Sanitätsausbildung B – der Sanitäter

Im Anschluss an die Sanitätsausbildung A kann direkt der nächste Teil gestartet werden. Die Sogenannte San B-Ausbildung umfasst ebenfalls 12 Module. In diesen werden die zuvor gelernten Inhalte vertieft und erweitert.

Zu den Inhalten gehören beispielsweise:

  • mit wichtigen Rettungsgeräten umgehen können sowie
  • bei der rettungsdienstlichen und notärztlichen Patientenversorgung assistieren

Dafür müssen San B-Absolventen u.a. wissen, wie sie Infusionen legen, Injektionen geben, Vakuummatratzen und Larynx-Tuben anwenden.

Das Wichtigste noch mal in Kürze:

Umfang: variiert je nach Anbieter – die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) veranschlagt beispielsweise auch hier 12 Module bzw. 24 Lerneinheiten Dauer je Lerneinheit: 45 Minuten

Voraussetzung: Erste-Hilfe-Kurs, Sanitätsausbildung A

Prüfung: theoretisch und praktisch

Weiterbildungsmöglichkeiten: Rettungshelfer, Rettungssanitäter, Einsatzsanitäter

Warum ist die Ausbildung nicht einheitlich?

Da es sich um keine betriebliche Berufsausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz handelt, sondern Träger wie der DRLG, ASB, Malteser usw. diese Ausbildungen anbieten, variieren die Rahmenbedingungen. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie bei einem Anbieter besser oder schlechter ist.

Wichtig ist jedoch, sich vor Antritt der Ausbildung ausreichend darüber zu informieren, welcher Träger die San A und San B-Ausbildungen anbietet und wie die Rahmenbedingungen, der Umfang etc. sind.

Wichtige Kriterien sollten hierbei sein:

  • das Alter
  • der Umfang
  • wann genau die Ausbildungseinheiten stattfinden (für Quereinsteiger bieten Anbieter oftmals Kurse in den Abendstunden und am Wochenende an)
  • die genaue Bezeichnung des Abschlusses
  • der Preis

Tipp: Manche Träger bieten ein anschließendes Praktikum an – das ist bestens geeignet, um das frischerworbene Wissen anzuwenden und zu vertiefen.